Al-Wazir besucht Hotel und Gastronomie in Fulda und Kalbach

Die Corona-Pandemie stellt auch die hessische Hotellerie und Gastronomie vor große Herausforderungen. Am ersten Tag seiner „EinBlick“-Tour besuchte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir drei Hotel- und Gastronomiebetriebe in Fulda und Kalbach und informierte sich im Gespräch mit Inhaberinnen und Inhabern über die Auswirkungen des Lockdowns, wie die Wiedereröffnung gemeistert wurde und wie die Gäste auf die Hygienemaßnahmen reagiert haben.                               

Hotel Esperanto lebt von Konferenzen und Messen   

Erste Station der „EinBlick“-Tour ist das Vier-Sterne-Hotel Esperanto: Das Hotelkonzept setzt sich aus den Bereichen Veranstaltung, Tagung und Kongress, Spa, der Zimmerübernachtung und vier Restaurants zusammen. Den Gästen stehen mehr als 300 moderne Zimmer mit unterschiedlicher Ausstattung und Größe zur Verfügung. „Herz unseres Unternehmens ist der Veranstaltungsbereich, und da bis Ende August keine Veranstaltungen geplant sind, bleiben unsere Hallen geschlossen. Die Lage ist ernst“, erklärte Geschäftsführer Leo Groll.                               

Da mit dem Lockdown auch der Reiseverkehr für Privatgäste eingeschränkt war, gab es nur vereinzelte Übernachtungen von Geschäftsreisenden. Für einen Großteil der mehr als 400 Mitarbeiter wurde Kurzarbeit beantragt. „Da wir seit der Eröffnung gut gewirtschaftet haben, konnten wir Rücklagen bilden. Diese nutzen wir nun komplett fürs Überleben des Unternehmens“, so Leo Groll. „Veranstalter, Geschäftskunden und Privatgäste reagieren sehr zurückhaltend, Buchungen werden kurzfristig storniert, sodass für uns nichts mehr planbar ist.“                               

„Für Unternehmen, die davon leben, dass viele Menschen in einem Raum zusammenkommen, ist die derzeitige Situation weiterhin schwer. Es geht um die Existenz des Betriebs und um viele Arbeitsplätze“, sagte Wirtschaftsminister Al-Wazir bei seinem Besuch im Esperanto. „Die Überbrückungshilfe des Bundes und unsere Darlehensprogramme können einem Unternehmen wie dem Hotel Esperanto sicher über einige Monate helfen. Klar ist aber auch, dass die Corona-Pandemie weiterhin große Auswirkungen hat. Die Rückkehr zu völliger Normalität setzt sicherlich voraus, dass es einen Corona-Impfstoff gibt. Darum müssen mittelfristig Lösungen für Veranstaltungen unter Corona-Bedingungen und mit Abstands- und Hygieneregeln gefunden werden, die sich wirtschaftlich lohnen. Ansonsten droht nicht nur in Hessen vielen Unternehmen das Aus.“                      

Café heimat organisiert PopUp-Laden   

Die Café-Bar heimat am Buttermarkt musste aufgrund des Lockdowns ebenfalls schließen. In dieser Zeit eröffneten die Inhaber Paul Pawlowski-Rothenbücher und Felix Wessling in Kooperation mit der Pappert-Bäckerei einen PopUpstore und verkauften aufwendig belegte Brote zum Mitnehmen. „Wir wollten weder untätig rumsitzen noch den Kontakt zu unseren Gästen verlieren – diesen haben wir auch auf unserer Facebook-Seite gepflegt“, berichtete Wessling. Geholfen habe auch die Corona-Soforthilfe über 15.000 Euro. Die Beantragung empfand Wessling als schnell und unkompliziert. „Durch diesen Zuschuss mussten wir keinen der Festangestellten entlassen.“                               

Am 15. Mai wurde wiedereröffnet: „Wir haben uns immer wieder auf die verschiedenen Auflagen eingestellt, anfangs zeigten einige Gäste wenig Verständnis für Registrierung und Maskenpflicht. Aber wir wollen durchhalten und Rücklagen bilden für die kältere Jahreszeit“, erklärte Wessling.                               

„Das ist für mich Unternehmergeist: Neben den staatlichen Hilfen, die die Liquiditätsengpässe abfedern sollten, zeigen die Inhaber von heimat, dass auch in der Krise eine Chance liegt. Ich bin sehr beeindruckt von den Ideen und der Innovation der beiden Unternehmer, um Kundinnen und Kunden zu halten und eine Perspektive zu haben“, sagte Wirtschaftsminister Al-Wazir. Gleichwohl räumte er ein, dass die Gastronomie sicher noch länger unter den Folgen der Pandemie zu leiden habe.                               

Familienbetrieb Grashof investiert in Online-Shop    

Auch im Landhotel Grashof, einem Familienbetrieb in der dritten Generation, wollte und will sich Inhaber Karsten Klauschke von Corona nicht „klein kriegen lassen“, sagte er: „Wir haben in einen Online-Shop investiert, der im September startet. Bis jetzt sind wir, auch dank der 30.000 Euro Corona-Soforthilfe, mit einem blauen Auge davongekommen. Wir mussten zwar Kurzarbeit anmelden, aber niemanden entlassen.“         

Während des Lockdowns hat das Grashof-Team neue Ideen entwickelt und renoviert. Seit der Wiedereröffnung am 15. Mai ist das Landhotel mit 36 Zimmern und 70 Betten, zwei Restaurants, einer Bar und fünf Seminarräumen wieder gut besucht. „Für viele unserer Gäste ist damit wieder alles gut, aber mit 45 Prozent weniger Umsatz im Vergleich zum letzten Jahr ist das definitiv nicht der Fall“, erklärte Klauschke. Um eine zweite Welle zu verhindern, wird alles desinfiziert und die Gäste gebeten, beim Umhergehen einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.                               

„Das Landhotel zeigt mit dem Online-Angebot und dem Hygienekonzept, wie es gehen kann. Vor allem zeigt es: Wer ein alternatives Konzept startet und vorher schon erfolgreich war, der kann sich schneller wieder berappeln als andere“, sagte Al-Wazir. „Trotzdem sind die wirtschaftlichen Folgen für den Grashof enorm. Darum bin ich froh zu hören, dass die staatlichen Hilfen angekommen sind und wünsche dem Betrieb und den Beschäftigten, dass sich die Umsätze weiter erholen“, sagte Wirtschaftsminister Al-Wazir.

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