Am Samstagmorgen trafen sich die hessischen AfD-Landesdelegierten in Gersfeld (Rhön). Zeitgleich gab es eine Gegenveranstaltung, an der ca. 30 Menschen teilnahmen – auch die Vorsitzenden des Ortsverbands „Grüne Rhön“. Die hessische AfD nutzt schon seit Jahren Osthessen als Austragungsort für ihre Parteitage, mehrfach traf sich der Landesverband im Raum Fulda.
Keine Informationen seitens der Stadt Gersfeld
Die engagierte Bürgerschaft Gersfelds und der Nachbargemeinden nahm mit Schrecken wahr, dass die Stadt es nicht für nötig hielt, sie über die Anmietung der Stadthalle durch die AfD zu informieren. So sickerte die Nachricht, dass die Veranstaltung am 09.05.2026 stattfinden würde, erst zwei Tage vorher durch. Der stellvertretende Vorstandssprecher des Ortsverbands „Grüne Rhön“ Henning von Schwander sagte dazu: „Es wäre richtig und wichtig gewesen, alle demokratischen Kräfte vorher zu informieren, damit man über diese AfD-Veranstaltung in unserer Stadthalle gemeinsam hätte diskutieren können.“
Die AfD ist nicht politische Normalität
Die AfD setzt alles daran, sich dauerhaft als politische Kraft zu verankern und ihre Diskurse als ‚politische Normalität‘ zu etablieren – man will nicht mehr eine Protestbewegung gegen das politische System sein, sondern Teil davon. Die grüne Vorstandssprecherin Annette Fladung fand dafür klare Worte: „Die Entscheidung der Stadt Gersfeld, die Öffentlichkeit nicht im Vorfeld über den Landesparteitag zu informieren, trägt in erschreckender Weise zur Normalisierung dieser demokratiegefährdenden Partei bei. Dabei verändert genau dieser Gewöhnungseffekt den Blick auf die politische Realität. Denn hinter der vorgeblich bürgerlichen Fassade der AfD verbergen sich teils rechtsextreme und menschenfeindliche Ansichten.“
Gersfeld – von manchen liebevoll „heimliche Hauptstadt der Rhön“ genannt – als angenehm ruhiger Gastgeber eines AfD-Parteitags! Wir haben etwas dagegengesetzt.
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Bildunterschrift: Protest gegen den AfD-Landesparteitag in Gersfeld
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