Die Fuldaer Grünen zeigen sich überrascht über die Reaktion der CDU auf ihren Vorstoß zum Thema Lachgas-Konsum. Während die CDU auf das Selbstbestimmungsrecht der Einzelnen verweist, sprechen andere hessische Städte eine andere Sprache: Frankfurt, Hanau und Offenbach zeigen, dass Kommunen sehr wohl handeln wollen, wenn es um die Gefährdung junger Menschen geht.
„Auch wenn das gern gebetsmühlenartig unterstellt wird, geht es nicht darum, irgendein Symbol für Bevormundung zu setzen. Aber wer wegschaut, während Jugendliche sich mit Lachgas-Konsum die Gesundheit ruinieren, handelt fahrlässig – nicht freiheitlich“, so Ernst Sporer, Stadtverordneter der Grünen.
Der Konsum von Lachgas ist nicht harmlos: Es handelt sich nicht um medizinisch kontrolliertes Gas, wie es in Kliniken verwendet wird, sondern um Produkte fragwürdiger Herkunft, die in Partykontexten in Umlauf geraten. Die gesundheitlichen Risiken – von Nervenschäden bis zu Bewusstlosigkeit – sind wissenschaftlich belegt. Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Neurologie warnen deutlich vor dem unkontrollierten Konsum.
„Wenn die CDU hier in Fulda einerseits den freien Verkauf toleriert und andererseits durch die CDU-Fraktion im Römer aktiv ein Verkaufsverbot eingefordert wird, wirkt das – zumindest auf hessischer Ebene – irgendwie widersprüchlich“, ergänzt Marie-Louise Puls, ebenfalls Mitglied der grünen Fraktion. „Die Aussage, die Stadt Fulda habe keine Handhabe, ist unrichtig: Kommunen können im Rahmen der Gefahrenabwehr handeln – das zeigen andere Städte längst.“
Die Grünen betonen, dass Prävention, Aufklärung und klare Regeln dort, wo sie notwendig sind, kein Widerspruch zur individuellen Freiheit darstellen. „Wir setzen auf verantwortungsvolle Kommunalpolitik. Der Jugendschutz ist eine gesellschaftliche Verpflichtung, der wir uns als Stadt nicht entziehen dürfen“, so Puls weiter.


Urheber des Fotos: Walter Rammler
Bild 1: Ernst Sporer
Bild 2: Marie-Louise Puls
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