Grüner Kreisverband stellt Liste für die Kommunalwahl auf

„Politik beginnt da, wo Menschen zusammenkommen. Schön, dass wir heute gemeinsam die Zukunft unserer Kommunalpolitik gestalten.“ Mit diesen Worten eröffnete Marie-Louise Puls (Sprecherin Kreisverband) die Versammlung und stellte deren Beschlussfähigkeit fest. Die aus Frankfurt angereiste Julia Frank, Sprecherin des hessischen Landesverbands der Grünen, wurde einstimmig zur Wahlleitung gewählt. In ihrer Begrüßung bezog Frank sich auf das Motto der Kommunalwahl-Kampagne „Gemeinsam geht’s und machte Mut: „In Fulda steht ihr als Grüne oft allein auf weiter Flur – trotzdem zeigt ihr seit Jahrzehnten, was gemeinsam alles geht: Ihr bringt grüne Politik genau dorthin, wo sie den Unterschied macht.“

Auf die ersten drei Listenplätze wurden Deborah Müller-Kottusch, Helmut Schönberger und Dr. Kerstin Wingenfeld gewählt, alle drei einstimmig und ohne Gegenkandidatur. Die komplette Liste für die grüne Kreistagsliste umfasst 35 Kandidatinnen und Kandidaten und ist – typisch grün – paritätisch aufgestellt. Neben den genannten außerdem Omar Jouini, Frauke Goldbach, Joachim Nophut, Marion Neumeister, Stefan Gottschlich, Pia Groß, Jonas Schmitt, Annette Fladung, Josef Benkner, Kira Klüber, Samuel Lechner, Barbara Gronauer, Dennis Richter, Erika Klüh, Jonathan Conrad, Emily Best, Thorsten Bick, Vanessa van Eyk, Jörg Bachmann, Sandra Limpert, Dr. Alexander Gepperth, Dr. Indra Dannheim, Ralf Gröf, Greta Braun, Aaron Arnold, Julia Loebel, Karlheinz Fenske, Christa Krippner, Werner Hartmann, Beate Tillmann-Mohr, Thomas Budde und Jutta Hamberger.

Deborah Müller-Kottusch ist gebürtige Fuldaerin, ehemalige Marienschülerin und seit 2011 für die Grünen im Kreistag. Mit ihrem Eingangsstatement hatte sie die Sympathien gleich auf ihrer Seite: „In drei Legislaturperioden habe ich drei Kinder bekommen – nun probiere ich mal etwas Neues aus: Eine weitere Legislaturperiode ohne Kinder!“ Politisch kritisierte sie, dass die Volumina der Haushalte in den vergangenen Jahren zwar immer gewachsen seien, aber ausgerechnet auch gesetzlich verankerte Sozialausgaben in Frage gestellt würden. „Das geht mir gegen den Strich. Ich will mich für die einsetzen, die im Landkreis die geringste Lobby haben. Meine Liste reicht von Radfahrern über Kinder, Frauen, Bedürftige bis zu Menschen in Not. Und sie umfasst auch alles, was nicht selbst die Stimme erheben kann: Lärm, Licht, Natur, Verkehr und Klima.“ Weitere Schwerpunkte setzte Müller-Kottusch in ihrer Rede auf regionale biologische Verpflegung an Schulen und sozialen Einrichtungen, klimagerechtes Verwaltungshandeln, die Unterstützung von Ehrenamts- und Vereinsstrukturen, Bildungsangebote auf dem Land sowie Prävention und Gesundheitsförderung.

Der Eichenzeller Helmut Schönberger ist Bio-Pionier der ersten Stunde und echtes grünes Urgestein. In seiner Rede ging er darauf ein, um wieviel rauer das politische Klima im Kreistag geworden sei. „Die Debattenkultur hat gelitten, oft sind nicht einmal vertrauliche Gespräche mit den anderen Fraktionsvorsitzenden noch möglich. Ich wünsche mir, dass wir wieder zu offenen und vertrauensvollen Gesprächen über Parteigrenzen hinweg finden.“ Klar, dass Schönberger seine Expertise aus der ökologischen Landwirtschaft in die Kreistagsarbeit einbringen will. „Grüne Inhalte müssen stärker in Entscheidungen einfließen.“ Dafür setzt er besonders auf Kinder und Jugendliche, denen er auf seinem Schulbauernhof Bildungsangebote macht. „Hier zeige ich, wie Natur, Landwirtschaft und Nachhaltigkeit zusammenhängen. Das sensibilisiert junge Menschen. All diese Themen gehören in die Kommunalpolitik, denn sie bestimmen die Lebenswelt der jungen Generation von morgen.“ Dr. Kerstin Wingenfeld sitzt seit 2021 im Kreistag. In ihrer Rede erinnerte sie sich an ihre erste Kandidatur und sagte: „Mir haben Menschen aus meinem Umfeld gesagt, sie hätten nie grün gewählt, aber mich hätten sie gewählt. Das hat mir Mut gemacht und mich angespornt, mich weiter für grüne Politik ohne Ideologie, für sehr praktische Lebenslagen, für Menschen wie du einzusetzen.“ Wingenfeld war auch grüne Fraktionsgeschäftsführerin. Unter ihrer Federführung entstand in den letzten Monaten das Wahlprogramm der Grünen im Kreistag. Sie selbst nennt den Weg „basisdemokratisch, modern und agil“, erarbeitet wurde das Wahlprogramm in offenen Fraktionssitzungen und mehreren Zoom-Meetings. So konnten viele Ideen für einen nachhaltigen, sozialeren und bildungsgerechteren Landkreis gesammelt werden. Diese Herangehensweise ist ein gutes Beispiel für Wingenfelds Vorstellung von einer offenen, transparenten Kommunalpolitik, deren Entscheidungen für Bürgerinnen und Bürger nachvollziehbar sind und die sie mitgestalten können. Wingenfeld ist Beauftragte für Neumitglieder im Kreisverband. „Ich bin froh und stolz darauf, wie viele neue Mitglieder sich in diesem Wahlkampf engagieren“, hob sie in ihrer Rede hervor. Nach vier Stunden intensiver Diskussionen zeigte sich auch Kreisverbandssprecher Knut Heiland sehr zufrieden mit dem Ergebnis: „Auf den ersten 10 Listenplätzen stehen zwei neue Mitglieder, und mit Frauke Goldbach auf Platz fünf eine junge, engagierte Frau. Auf diesen Listen-Mix aus erfahren und neu sind wir sehr stolz, gerade auch, weil das bei anderen Parteien oft anders aussieht. Wir sind für den Kommunalwahlkampf gut gerüstet – inhaltlich genauso wie personell. “

BILDER – Copyright alle Bilder © Bündnis 90/Die Grünen

01 Header: Dr. Kerstin Wingenfeld, Helmut Schönberger und Deborah Müller-Kottusch stehen auf den ersten drei Listenplätzen der Grünen im Kreistag

02 Julia Frank, Helmut Schönberger, Frauke Goldbach, Deborah Müller-Kottusch, Dr. Kerstin Wingenfeld und Omar Jouini

03 Das grüne Motto der Kommunalwahl lautet „Gemeinsam geht’s“                                                                                                                                       

04 Julia Frank, die Sprecherin des hessischen Landesverbands, wurde zur Wahlleiterin gewählt

05 Pia Groß bei ihrer Bewerbung – sie erreichte Listenplatz 9

06 Zur Listenaufstellung waren zahlreiche grüne Mitglieder erschienen

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