Marie-Louise Puls
Die BDK war für mich ein Wochenende voller Energie, Reibung und echter Zuversicht. Wir haben leidenschaftlich diskutiert, manchmal hart, aber immer mit dem gemeinsamen Blick nach vorn. Besonders die Debatte über Frieden und Sicherheit hat mich bewegt. Dass wir als Partei bereit sind, die Anerkennung eines künftigen palästinensischen Staates ernsthaft mitzudenken, zeigt: Wir drücken uns nicht vor den wirklich schwierigen Fragen. Und es macht mich stolz, dass auch Fuldaer Grüne diesen Anstoß mitgegeben haben.
Gleichzeitig war spürbar, was uns eigentlich antreibt: Klimaschutz, der alltagstauglich ist, der Menschen mitnimmt, der echte Chancen eröffnet. Die Stimmung im Saal, wenn wir über eine Energieversorgung sprechen, die sauber, bezahlbar und von vielen Schultern getragen ist – von Bürgerenergieprojekten bis zu Kommunen, die mutig vorangehen –, die trägt weit über den Parteitag hinaus.
Der Auftakt am Freitag mit der Homöopathiedebatte hat sich für mich nicht richtig angefühlt. Wir haben damit ein Nebenfeld aufgeblasen, dass unsere politische Ernsthaftigkeit eher überschattetet als stärkt. Aber am Samstag haben wir uns wieder gefangen – und genau die Klarheit gezeigt, die uns ausmacht: zukunftsorientiert und mutig.
Unter dem Motto „Damit Zukunft wieder Zukunft hat“ habe ich gespürt, wie viel Kraft in unserer Partei steckt. Wir streiten, aber wir streiten um Lösungen, nicht um Schlagzeilen. Und wir wissen, warum wir das tun: für eine lebenswerte, sichere und gerechte Zukunft. Für ein Land, das den Mut hat, die Transformation anzupacken. Für Energie, die sauber ist – und für Politik, die es auch ist.
Annette Fladung
Beim Grünen Bundesparteitag war deutlich zu spüren, wie vielfältig, engagiert und kraftvoll Bündnis 90/Die Grünen wirkt. Delegierte aus unterschiedlichen Regionen, Altersgruppen und Lebensverhältnissen, aus Kommunal- und Bundespolitik, Studierende und Unternehmerinnen kamen zusammen um sich auszutauschen und sind aus ihrem jeweiligen Kreisverband sind an diesem Wochenende zusammengekommen.
Am Samstag wurde der Parteirat neu gewählt: Mit der Wahl von Alexandra Gauß (Bürgermeisterin von Windeck) und Martin Heilig (Oberbürgermeister von Würzburg) wird die kommunale Stimme im Parteirat und in der gesamten Partei gestärkt.
Der Sonntag stand unter dem Stern des Leitantrags: „Lebenswerte Orte, lebendige Demokratie – Kommunen stärken, Zukunft sichern“. Kommunen brauchen Verlässlichkeit. Ab 2026 gilt der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter. Im Landkreis Fulda wird zwar schon gebaut und geplant, doch für eine gute Betreuung ist noch längst nicht alles vorbereitet. Es fehlen noch Räume und qualifiziertes Personal – und die Kommunen bleiben mit den Kosten allein. Mit unserem Beschluss auf der Bundesdelegiertenkonferenz senden wir ein klares Signal: Wer Aufgaben vorgibt, muss sie auch finanzieren. Das Konnexitätsprinzip muss verbindlich gelten – „wer bestellt, bezahlt“. Nur so können Städte und Gemeinden im ländlichen Raum ihre Aufgaben erfüllen und Orte bleiben, in denen Zusammenhalt, Teilhabe und Demokratie stark sind.
Bild © Bündnis 90/Die Grünen
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